Ein Hauch von Remise bleibt

Vor einem halben Jahr haben wir die Initiative „Rettet die Remise“ ins Leben gerufen, um zu verhindern, dass ein historisches Wahrzeichen der Stadt Amstetten abgerissen und durch einen reinen Bürokomplex ersetzt wird. Unser Ziel: die Remise mit ihrem einzigartigen Flair als Veranstaltungs- und Begegnungszentrum für Konzerte, Märkte, Vernissagen, Lesungen, Tagungen, Kongresse, interkulturelle Cafès und vieles mehr zu erhalten. Unsere Vision: ein einzigartiges Zentrum der Kreativität und Kommunikation inmitten eines Hotspots der Innovation. Historiker, angesehene Künstler, Universitätsprofessoren, Größen aus Wirtschaft und Politik und dem Ingenieurswesen haben unser Anliegen unterstützt.

Bei der heutigen Pressekonferenz von ecoplus wurde das Modell des geplanten ecocenters Amstetten vorgestellt. Es ist für uns an der Zeit, Bilanz zu ziehen:

Die Errichtung eines reinen Wirtschaftsparks in bester Innenstadtlage schien uns als Verschwendung des enormen Potenzials, das diese architektonisch interessanten Hallen in sich tragen.

Nach der Übergabe der Petition samt 100-seitiger Projektmappe an Bgm. Haberhauer und Vzbgm. Brandstetter sind mehrere Monate ohne Reaktion vergangen. Vor ein paar Tagen wurden wir über die Pressekonferenz informiert. Wir stellen uns die Frage, ob die Initiative „Rettet die Remise“ etwas bewirkt hat.

Michaela Hinterholzer (ecoplus Aufsichtsrätin), Landesrat Jochen Danninger (Land NÖ), Bgm. Christian Haberhauer (Stadtgemeinde Amstetten), Architektin Marlies Preuss (holodeck architects)

Was wir erreicht haben:

  1. Die Initiative „Rettet die Remise“ hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Remise nicht wie vorgesehen abgerissen, sondern in das neue Gebäude („wo immer möglich“) integriert wird. Letztlich ist es der Architektin zu verdanken, die ein Konzept entwickelt hat, das den atmosphärischen Altbestand in den Neubau mitzunehmen versucht.
  2. Die „neue Remise“ wird kein reiner Wirtschaftspark.
  3. Positiv ist zu sehen, dass sich die Gastronomie nun wieder in Halle 2 (und nicht wie vorher angedacht in Halle 3) befinden soll. Der Innenhof samt Drehscheibe wird dafür zur Verfügung stehen, unter anderem auch für Konzerte, so Bürgermeister Haberhauer. Kulturelle Veranstaltungen sollen weiterhin stattfinden können.
Helmut Miernicki (ecoplus Geschäftsführer), Landesrat Jochen Danninger (Land NÖ), Architektin Marlies Preuss (holodeck architects), Michaela Hinterholzer (ecoplus Aufsichtsrätin), Bgm. Christian Haberhauer (Stadtgemeinde Amstetten), Anton Kasser (WRA)

Was wir bedauern:

  • Der Wunsch Tausender Unterzeichner der Petition, die Remise in ihrer Größe und Dimension zur Gänze als Veranstaltungszentrum für Konzerte, Märkte, Vernissagen, interkulturelle Cafés, etc. zu erhalten, und das Eco-Center auf dem Areal daneben zu errichten, ist leider nicht erfüllt worden. Grund: „Wer soll das finanzieren?“  (Die Hoffnung auf dementsprechende Nutzung in Halle 3 bleibt aber noch).  Ob vonseiten der Stadtgemeinde je ernsthaft darüber nachgedacht bzw. mit ecoplus über einen Grundstückstausch gesprochen bzw. verhandelt wurde, ist uns nicht bekannt.
  • Nachtgastronomie wird es in der Remise keine mehr geben.
  • Die Dachkonstruktion von Halle 2, die einen Großteil des Charmes der Remise ausmacht, fällt der geplanten Überbauung zum Opfer.

Durch die neue Gebäudehöhe (es gibt insgesamt 4 Obergeschoße) samt möglicher Photovoltaikanlagen verliert der Wasserturm an Imposanz.

Das Modell des neuen ecocenter Amstetten mit integrierter Remise

Fazit

Die Initiative „Rettet die Remise“ hat die Bedeutung der Remise für Amstetten in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Über 2.100 Unterschriften konnten dazu beitragen, dass zumindest Teile der Remise und ihr Flair im neuen ecocenter weiterleben dürfen.

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